In der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre erwies sich der für die Kessel der BR 50 verwandte Stahl als nicht alterungsbeständig, was den Lokomotivengpaß noch verstärkte. Eine Ausmusterung der relativ jungen maschinen kam nicht in Frage, weshalb die Deutsche Reichsbahn sich zur Neubekesselung von insgesamt 208 Lokomotiven entschloß. Dabei wurden die Loks gründlich umgestaltet, sodaß man von einer Rekonstruktion sprach und die umgebauten Maschinen als BR 50 Reko bezeichnete. Sie erhielt die neue Baureihenbezeichnung 50.35.
DEn Umbau der als 50 3501 bis 50 3708 eingereihten Lokomotiven übernahm zwischen 1958 und 1962 das Raw Stendal, welches bereits vorher für die Loks der BR 50 zuständig war.
Einsatzgebiet der rekonstruierten Fahrzeuge war zunächst ausschließlich die Rbd Magdeburg. Wohl jedes Bw dieser Direktion hatte einmal Loks der BR 50.35 im Bestand. Auf den Flachstrecken der Altmark und der Börde konnte man sie vor bis zu 1500t schweren Güterzügen erleben. Andererseits aber dampften sie mit 2 oder 3 Personenwagen "belastet" über die Nebenstrecken.
Ab 1966 wurden insgesamt 72 Lokomotiven auf Ölhauptfeuerung umgebaut. Dabei wurden sie nochmals umgenummert und nunmehr als BR50.50 (ab 1970 BR50.0) bezeichnet. Der Einsatz dieser ölgefeuerten Lokomotiven erfolgte ausschließlich in den nördlichen Reichsbahndirektionen Schwerin und Greifswald. Ihr Einsatz endete aufgrund der gestiegenen Ölpreise bereits 1981. Die letzten Leistungen wurden bei den Bahnbetriebswerken Angermünde und Pasewalk erbracht.
Da man im Norden zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht auf Dampflokomotiven verzichten konnte, gab die Rbd Magdeburg an die Direktion Schwerin und Greifswald kohlegefeuerte Loks ab, da sie in Magdeburg durch Neulieferung von Dieselloks nicht mehr benötigt wurden.
Aus gleichem Grund erfolgte Anfang der achtziger Jahre die Umsetzung zahlreicher Lokomotiven in die Rbd Dresden, wo sie die noch vorhandenen Altbau.50er ersetzten.
Dresden und Magdeburg waren nicht nur die beiden letzten Direktionen, welche Loks der BR 50.35 einsetzten, sie waren die letzten mit Normaldampf überhaupt. Als Mitte der achtziger Jahre genügend moderne Triebfahrzeuge zur Verfügung standen, war es auch damit vorbei.
In der Rbd Dresden setzte als letztes das Bw Glauchau die BR 50.35 ein. Im Mai 1985 wurden die letzten Leistungen erbracht, danach bot nur noch die Rbd Magdeburg Plandampf auf Normalspurgleisen.
Hier war es dem BW halberstadt, insbesondere der Einsatzstelle Oschersleben, vorbehalten, die letzten Dampfleistungen im Normalspurnetz der DR zu erbringen. Die drei noch bis Herbst 1988 zwischen Halberstadt und Magdeburg pendelnden maschinen waren begehrtes Fotomotiv ganzer "Heerscharen" von Eisenbahnfotografen.
Als im September 1988 diese Leistungen durch Dieselloks übernommen wurden, endete damit zum einen der Einsatz der BR 50.35, zum anderen ging damit das Kapital planmäßiger Normalspur-Dampfbetrieb in Deutschland zu Ende.