Eine Exkursion..........

Es war ein wunderschöner Tag zum Fotografieren. Es war eine Zeit, als man das Wort "Video-, und Digitalkamera" noch nicht kannte. Eine Zeit, in der man mit zwei "Photoapparaten" um den Hals, einen für den Farbfilm und einen für Dia´s, sowie einem Holzstativ in der Hand auf der Pirsch war. Aber auch einer Zeit, wo man noch mit Lokpersonalen Absprachen treffen konnte.
In dieser goldenen Zeit der Eisenbahnfotografie waren wir bei einer Schmalspurbahn auf Achse. Der Tag entwickelte sich prächtig. Zugausfahrt....Zugeinfahrt....Rangierfahrten....Kamera ans Auge..Sucher...Auslöser...Kamera am Band fallen lassen...zweite Kamera hoch...Sucher ...Auslöser. War manchmal eine sportliche Herausforderung. Logisch, dass dabei nicht alle Bilder oder Dia´s gelangen. Oder eine Kamera auf dem großen Holzstativ, die andere am Band. Der Ablauf war der gleiche.
Da wir den ganzen Tag für das Fotgrafieren eingeplant hatten, konnten wir auf der Bahn einige Fotostandorte abarbeiten. Als krönender Abschluß wurde eine Anfahrt in einer (kleinen) Steigung ausgewählt. Dazu sollte bis zur vorletzten Station gefahren, ein Fotostandort gesucht, und Bilder auf Film gebannt werden. Der Rest der Strecke bis zum Endhaltepunkt sollte dann zu Fuß zurück gelegt werden.
Das Ganze verlief dann aber doch etwas anders. Schuld daran war ich. Wie geplant fuhren wir bis zur vorletzten Station, und stiegen mit unserem gesamten Fotoballast aus. Mit dem Lokführer wurde vereinbart, daß er mit der Abfahrt wartet, bis wir unseren Fotostandort erreicht hatten. Die Stative blieben gleich auf dem Bahnsteig stehen, und wir rannten los. In jeder Hand einen Fotoapparat. Sportlich, wie ich nun einmal damals war, mit 116kg Lebendgewicht, hatte ich bald gehörig Abstand hinter den Anderen. Dann tat sich vor mir auch noch ein kleiner Erdhügel auf. Keine Zeit....drüber springen....

..es soll vorkommen, dass zu einem kleinen Erdhügel auch ein Erdloch gehört. Zu spät erkannt. Eingesprungene Hechtrolle mit doppelter Schraube und anschließender Bauchlandung mit Ausfederwellen. Kurz vor dem Aufschlag meldeten die Augen noch erschreckt, dass ausgerechnet im Landefeld des Gesichtes Schlacke lag. Tiefe Spuren in Stirn , Nase und Kinn zeugten lange von der Bruchlandung.
Mir wurde dann berichtet, das Lokführer und Heizer fast von der Lok gefallen sind. Vor Lachen.
Aber, so berichteten meine Mitstreiter, ich habe vorbildlich meine Kameras hochgehalten. Es befanden sich keinerlei Schrammen auf den Apparaten. So viel zur Wertigkeit.

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